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Herrenchiemsee Festpiele

Motto 2009

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STILLEBEN. NATURE MORTE

Im Jahr 1803 fand die über tausendjährige klösterliche Kultur auf Herrenchiemsee durch die Säkularisation ein gewaltsames Ende. Der Inseldom als überragendes Denkmal des bayerischen Frühbarock wurde durch den Einbau einer Brauerei unwiederbringlich zerstört. Über siebzig Jahre lag die Insel verödet, bis ein württembergisches Holzhändler-Konsortium die Rodungsrechte erwarb und mit der Abholzung der uralten, bislang unberührten Waldbestände begann. Die Bürgermeister der Chiemsee-Gemeinden wandten sich mit einer Petition an das Herrscherhaus. König Ludwig II. handelte sofort und erwarb Herrenchiemsee im Jahr 1873 für das Königreich Bayern. Der Ankauf war eine der frühesten Pioniertaten des staatlichen Umweltschutzes schlechthin - auch wenn der König selbst fünf Jahre später mit dem Bau des Schlosses und der Parkanlagen einen Teil der zunächst geretteten Wälder seinen eigenen Kunst-Visionen opferte.

Unter dem Eindruck der Umweltzerstörung und des durch sie bedingten globalen Klimawandels widmeten sich die Herrenchiemsee-Festspiele in ihrer Saison 2009 diesem besonderen Aspekt von Ludwigs Regentschaft. Denn Kunst war stets das geeignetste Mittel, um Natur-Zustände in jedem Sinn des Wortes wahrzunehmen und für spätere Generationen festzuhalten. Sie war und ist aber zugleich ein Indikator für Veränderungen: eine warnende Stimme gegen die Opportunität des Tages.

 

 

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