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Herrenchiemsee Festpiele



Vogler Quartett

Auch wenn sich die Mitglieder des Vogler Quartetts rein äußerlich einen jungenhaften Charme bewahrt haben, sind sie doch längst ein reifes, autarkes und erfahrenes Quartett: In der Saison 2010/11 begeht das Ensemble bereits sein 25-jähriges Bestehen - und hat sich durch sein großes individuelles und gemeinsames Können einen Platz unter den Spitzenformationen der Kammermusik gesichert. Den Begriff der "Kammer" sollte man dabei allerdings nicht allzu wörtlich nehmen, sondern etwas allgemeiner denken - denn die vier Voglers begreifen sich als ein Verbund von vier profilierten Persönlichkeiten, die zusammenarbeiten, um die konzertante Gattung Kammermusik auf der großen Bühne zu vertreten.

Das Gründungsdatum des Vogler Quartetts war 1985; schon ein Jahr später sorgten sie bereits beim Streichquartettwettbewerb im französischen Evian für Furore, als sie gleich mehrere Preise gewannen - damals als erstes ostdeutsches Ensemble, dem diese Auszeichnungen zuteil wurden. Sie gaben den Startschuss für eine internationale Karriere, die das Vogler Quartett seither in die bedeutendsten Musikzentren führt: Es war auf nahezu allen wichtigen Konzertpodien zu Gast, spielte in diversen europäischen und nordamerikanischen Kammermusikreihen und bereiste auf seinen Tourneen auch Japan, Australien und Neuseeland.

Dabei präsentieren die vier Streicher ein Repertoire, das zwar selbstverständlich die klassische Quartettliteratur von Haydn bis zu Bartók und der Zweiten Wiener Schule umfasst, aber gleichzeitig sehr offen für weniger bekannte und auch ganz neue Werke ist und dadurch eine ungewöhnliche Breite erreicht. Unter anderem hat das Vogler Quartett die Werke von Karl Amadeus Hartmann oder das zweite Quartett von Morton Feldman - ein mehrstündiges Mammutstück - im Programm; ein wichtiges Projekt war ein Rihm-Zyklus in Zusammenarbeit mit dem Arditti Quartet. Zu den Kompositionen, die das Ensemble uraufgeführt hat, gehören Quartette von Michael Beyer, Ian Wilson, Jörg Widmann und Mauricio Kagel; im Oktober 2009 steht die Premiere eines neuen Werks von Erhard Grosskopf auf dem Programm.

Die Neugierde und Offenheit der Voglers schlägt sich auch in der regelmäßigen Zusammenarbeit mit renommierten Kollegen nieder: Hier reicht das Spektrum vom Quintett mit Klavier, Klarinette, Bratsche oder Cello bis hin zur Oktettbesetzung. Ein charakteristisches Beispiel für die programmatische und personelle Durchlässigkeit des Ensembles ist etwa eine CD-Produktion aus dem Jahr 2008, bei der die Streicher gemeinsam mit dem Klarinettisten Chen Halevi und dem Pianisten Jascha Nemtsov Werke von Komponisten der "Neuen Jüdischen Schule" aufgenommen haben.

Die Diskographie des Vogler Quartetts beinhaltet eine Reihe viel gelobter Einspielungen für die Labels BMG/RCA, Nimbus, col legno und cpo; seit 2005 ist die Formation bei der Edition Günter Hänssler unter Vertrag und hat dort Schubert- und Mendelssohn-Interpretationen veröffentlicht. In den kommenden Jahren entsteht eine Gesamtaufnahme der Dvorák-Quartette bei dem Label cpo.

Neben einer eigenen Konzertreihe am Konzerthaus Berlin pflegt das Ensemble noch weitere feste Bindungen: Im Jahr 2000 gründete das Vogler Quartett ein jährlich stattfindendes Festival im irischen Sligo; 2002 übernahm es die künstlerische Leitung der Kammermusiktage Homburg/Saar. Seit 2005 sind die Streicher außerdem für die mehrfach ausgezeichneten Nordhessischen Kindermusiktage in Kassel verantwortlich. Die intensive pädagogische Tätigkeit des Ensembles umfasst sowohl die Arbeit mit Kindern als auch verschiedene Meisterkurse und Workshops für professionelle Quartette in Europa und Übersee. Im Jahr 2007 wurden die Mitglieder des Vogler Quartetts in der Nachfolge des Melos Quartetts zu Professoren für Kammermusik an die Stuttgarter Hochschule berufen.

 

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