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Herrenchiemsee Festpiele



Alexander Liebreich

Von einem ›Bravourstück‹ sprach die Süddeutsche Zeitung im Dezember 2009 nach dem Debüt beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, wo Alexander Liebreich kurzfristig für den erkrankten Riccardo Muti eingesprungen war. Gerühmt wurde der Dirigent für seine ›musikalische Agilität, Frische und ein traumhaftes Gespür für dramaturgische Dynamik‹.

Im vergangenen Jahr debütierte Liebreich überdies am Pult des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden, der NDR Radiophilharmonie und des RSO Stuttgart. In der kommenden Saison stehen erste Projekte mit Klangkörpern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem NHK Symphony Orchestra Tokyo an; im Herbst 2011 wird Liebreich an der Frankfurter Oper Othmar Schoecks ›Penthesilea‹ in der Inszenierung von Hans Neuenfels dirigieren; für 2012 ist an gleicher Stelle Karl Amadeus Hartmanns ›SimpliciusSimplicissimus‹ mit dem Regisseur Christoph Nel geplant.

In Regensburg geboren, sammelte Alexander Liebreich schon während der Schulzeit erste musikalische Erfahrungen am Regensburger Theater als Sänger und Pianist im Opernbetrieb. Er studierte Dirigieren am Salzburger Mozarteum bei Michael Gielen; 1996 schloss er sein Studium an der Münchner Musikhochschule in den Fächern Dirigieren und Gesang jeweils mit Auszeichnung ab. Nach Meisterkursen bei Ilya Musin, Myung-Whun Chung (Orchesterleitung) und Dietrich Fischer-Dieskau (Lied) gewann er den Kondrashin-Dirigierwettbewerb in Hilversum und wurde anschließend als Assistent von Edo de Waart an das niederländische Radio FilharmonischOrkest berufen. In der Folge war Liebreich zu Gast bei zahlreichen Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem BBC Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Weitere Engagements führten ihn unter anderem zum Polish Radio Symphony Orchestra, zu den Bamberger Symphonikern sowie zum Osaka Philharmonic Orchestra.

›München feiert Liebreich‹, betitelte die Welt am Sonntag ein Porträt des Dirigenten, nach­dem er im Herbst 2006 sein Amt als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters übernommen hatte. Bereits nach dem Antrittskonzert erkor die Süddeutsche Zeitung Liebreich zum ›wohl spannendsten Dirigenten Münchens‹. Gelobt wird er neben seinen gestalterischen Fähigkeiten in einem Repertoire, das vom Barock über die spätromantische Symphonik bis zur Musik der Gegenwart reicht, vor allem auch für die Gabe, seine ›Vorstellungen mit sprechender Gestik geradezu plastisch vorzuleben‹ (Kölni­sche Rundschau). Inzwischen werden das innovative Ensemble und sein Chefdirigent nicht nur daheim gefeiert, sondern auch bei Auftritten in den großen europäischen Musikmetro­polen, als Gäste internationaler Festivals und bei Tourneen in Europa und Asien. Die erste gemeinsame CD-Produktion mit zwei Symphonien von Haydn und der Kammersymphonie von Isang Yun, die 2008 bei ECM New Series erschien, erhielt international hervorragende Rezensionen. Die im Frühjahr 2010 bei der Deutschen Grammophon veröffentlichte Bach-Aufnahme mit Hilary Hahn, Christine Schäfer und Matthias Goerne wurde auf einer erfolgrei­chen Europatournee vorgestellt. ›Das Orchester verblüffte mit höchster Transparenz, als wären einzig Originalinstrumente am Werk‹, kommentierte die Kölnische Rundschau.

2011 übernimmt Alexander Liebreich zudem die Künstlerische Leitung des Tongyeong Inter­national Music Festival (TIMF) in Südkorea, das zu den größten und wichtigsten Festivals im asiatischen Raum zählt. Neben dem klassischen Kern-Repertoire widmet sich das Festival sowohl der Barockmusik wie auch zeitgenössischen Komponisten; dabei versteht es sich ausdrücklich in einer Mittlerfunktion zwischen westlicher Moderne und der zeitgenössischen asiatischen Musikszene. Alexander Liebreich will mit seiner Arbeit beim TIMF den Ruf des Festivals als Plattform für internationale Künstler ebenso wie als Experimentierfeld für neue Wege in der Programmgestaltung weiter festigen. Für 2012 ist überdies die Gründung des Tongyeong Festival Orchestra geplant, in dem herausragende Musiker aus internationalen Orchestern gemeinsam mit ausgewählten koreanischen Musikern und renommierten Gastdirigenten auftreten sollen und das unter Liebreichs Leitung stehen wird.

Schon in den vergangenen Jahren widmete sich Alexander Liebreich der kulturellen Vermittlungsarbeit zwischen Deutschland und Korea, u.a. mit gefeierten Erstaufführungen von Bruckners 8. Symphonie mit der Jungen Deutschen Philharmonie in Nord- und Südkorea und im Rahmen einer Gastprofessur des DAAD in Pyongyang 2005, die in dem holländischen Dokumentarfilm ›Pyongyang Crescendo‹ festgehalten wurde.

Dass Alexander Liebreich Kunst auf außergewöhnliche Weise mit sozialem Engagement verbindet, zeigt auch seine Arbeit mit dem MKO, mit dem er unter dem Stichwort ›Projekt München‹ verschiedene Modellinitiativen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ins Leben gerufen hat. Auch das inzwischen zur Institution gewordene Aids-Konzert des MKO geht auf Liebreichs Initiative zurück.

Im Dezember 2008 wurde Alexander Liebreich in die Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts berufen, die als wichtigstes Gremium nach dem Präsidium gilt und sich aus bedeutenden Persönlichkeiten des kulturellen und sozialen Lebens der Bundesrepublik Deutsch­land zusammensetzt.


 

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